„AK-Land ist Herzkammer der Metallindustrie in RLP“ – SPD-Landtagsfraktion lud zum Werkstattgespräch ein

Veröffentlicht am 12.03.2020 in Veranstaltungen

von links: MdL Alexander Schweitzer, Dr. Ralf Polzin, MdL Dr. Anna Köbberling, MdL Heijo Höfer

Die Entwicklung der Metallbranche im Kreis Altenkirchen stand im Fokus einer Fachdiskussion der SPD-Landtagsfraktion. Die Landtagsabgeordneten Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Heijo Höfer hatten zu dem Werkstattgespräch am 10. März Akteure aus der regionalen Metall- und Automobilzuliefererbranche ins Technologie-Institut für Metall und Engineering (TIME) in Wissen eingeladen.

Genauso vielfältig wie Rheinland-Pfalz selbst seien die wirtschaftspolitischen Themenfelder, erklärte der Vorsitzende der Landtagsfraktion Alexander Schweitzer zu Beginn. Deshalb führe man zurzeit landesweit Werkstattgespräche unter dem Titel „10 Orte – 10 Themen“ durch. „Das AK-Land ist die Herzkammer der Metallindustrie in Rheinland-Pfalz. Hier ist der Ort, um sich mit der Zukunft der Branche zu beschäftigen“, führte Schweitzer ein.

Wichtig ist den Sozialdemokraten der direkte Austausch mit den Akteuren vor Ort, Hinweise und Kritik aufzunehmen und diese in die parlamentarische Arbeit der Fraktion einfließen zu lassen, so Schweitzer zum inhaltlichen Konzept. Um arbeitsfähig zu bleiben, habe man sich bewusst für Gespräche in einem kleineren Rahmen entschieden. So konnte Heijo Höfer auch im Namen seiner wegen eines dringenden Termins entschuldigten Landtagskollegin Sabine Bätzing-Lichtenthäler rund 20 Gäste begrüßen, darunter Mitglieder von Betriebsräten, Unternehmer sowie Gewerkschafts- und Kammervertreter.

„Jammern wir auf einem hohen Niveau?“ Diese bewusst provokant formulierte Frage stellte TIME-Geschäftsführer Dr. Ralf Polzin an den Anfang seines Impuls-Referates. Schließlich habe die amerikanische Nachrichtenagentur Bloomberg in ihrem aktuellen Ranking Deutschland als „innovativstes Land der Welt“ auf Platz 1 gesetzt. Und auch der heimischen Region selbst bescheinigte Polzin insgesamt eine gute Arbeitsmarktlage. Gleichwohl werde der Fachkräftemangel für Handwerk und Metallindustrie zunehmend zum Problem. „Nicht jeder muss Abitur machen“, lautete sein Appell.

Eine Lanze für die duale Ausbildung brach die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Dr. Anna Köbberling. In der Diskussion zeigte sich, dass erhebliche Qualitätsunterschiede je nach Ausbildungsbetrieb bestehen. Bei einigen Ausbildungsberufen wurde ein Image-Problem ausgemacht. Viele junge Menschen hätten keine klaren Vorstellungen über Entwicklungsperspektiven von Berufen.

In aller Munde ist das Thema „Industrie 4.0“. Gemeint ist die direkte Vernetzung von Menschen, Maschinen und Produkten in der Zukunft. Allerdings seien heute viele Betriebe noch nicht bei 3.0 angekommen, stellte Polzin fest. Dabei könnten Digitalisierung und Automatisierung dabei helfen, geringer qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu integrieren.

Von Gewerkschaftsseite kam der kritische Hinweis zum niedrigen Lohnniveau im Kreis Altenkirchen. Die hohe Zahl an Auspendlern komme nicht von ungefähr. Seitens der IHK wurde relativiert, dass man die zahlreichen Kleinstbetriebe in der Region im Blick haben müsse. Vielen fehle es vor Ort an Karrieremöglichkeiten, so die These der IHK.

Demographischer Wandel, Klimakrise sowie der Bereich Infrastruktur und Mobilität waren weitere Themenfelder, bei denen sich die Anwesenden seitens der Politik Perspektiven, Verlässlichkeit und eine klare Ausrichtung wünschten. Viele treibt die Sorge vor wachsenden Energiekosten und die Forderung nach einer energetischen Grundlastsicherung bei der Stromversorgung um. Heijo Höfer sieht bei den Erneuerbaren Energien auch ein gesellschaftliches Problem. „Die Leute wollen alles, aber nicht vor der eigenen Haustür“, so der SPD-Politiker.

Aber auch der Wunsch nach Bürokratieabbau wurde an dem Abend wiederholt laut. So sei beispielsweise das Ausfüllen von Förderanträgen „ein mittelschwerer Akt“, kam die Klage von Unternehmerseite. Alexander Schweitzer und Anna Köbberling dankten am Ende für die konstruktive Diskussion und sagten zu, die gewonnenen Inputs nach Mainz mitzunehmen.

Diskutierten über die Situation der Metallindustrie im Kreis Altenkirchen (von links: MdL Heijo Höfer, MdL Alexander Schweitzer, MdL Dr. Anna Köbberling, Dr. Ralf Polzin (TIME Wissen).

 
 

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